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Kein Feingeist



Eine Motte schmiegte sich im Licht einer Laterne. In unserer Mitte: Mutter Finsternis. Wort um Wort geeinte Maskenbildner. Künstler im Tanz um nächste Blockaden. Geübte im Hürdennehmen und im Untergang. Kein Feingeist ist uns Feind genug, kein Poet zu groß. Wir leben unsere dunklen Fantasien, beschreiben sie mit distanzierter Haltung. Kalt ist uns. Hörst du uns unsere Lieder summen? Siehst du uns im Kreis sitzen und Ritualen frönen? Spürst du, wie wir uns in Haut ritzen, das Blut tauschen und Seelen? Die Motte ließ sich vom Licht verführen. Wir gerieten in Ekstase. Gegenseitiges Massieren, Berühren, Küssen, Schmecken. Rotes Wachs auf weißer Haut. Leises Aufbegehren. Seufzer für Stille wie gemalt. In unserer Mitte: Gott. Ans Kreuz genagelt. Geistloses Brot für den Menschen dahinter. Davor, der Tod. Werkzeug größter Güte. Sein Mast ist mein Pfahl, der in mich gleitet. In meiner Mitte: er.

Vom Dinge beenden und gebotener Stirn



Man quält, was man liebt. Liebt intensiv und unabhängig von sacht und sanft. Mit jedem Peitschenhieb stanzte sich dir Wissen um Liebe und Schmerz. Wie einzig sie dadurch wird. Gefühle legen sich zartbitter um meine Gedanken. Ich greife nach einem Strohhalm, vielleicht auch nach einer Erklärung. Da ist dies Finster, wo Atemluft fehlt, wo es stickig ist und ich alleine bin. Keine Dunkelheit greift tiefer in mich als diese. Es wäre zu viel, einfach mal glücklich zu sein.

Meine Fragen ließen dich neue Antworten finden. Wie lange braucht ein Traum, bis er wird, was seine Bestimmung? Unseren Weg gab es nie, es waren nur Pfade – in den Wald rein und aus ihm raus – ringsumher hohe Tannen, zwischen dessen Nadeln wir unsere Streitereien hängten. Noch heute pflücken wir sie. Nie haben deine Zweifel geendet. Sie waren wie Karten übereinandergestapelt, wurden Blatt um Blatt neu gemischt und anders gestellt.

Ganz zu Anfang ein kleiner Bauturm, zu dem es Möglichkeiten gab. Meist zwei an der Zahl. Im Kreis laufen, wie ein Hamster in seinem Rad. Oben und unten vergessen. So fern von Liebe und Gefühl, so weit weg vom Ganz Allein. Liebe bleibt, was sie von jeher ist: Ein Monster. Sie wurde dir nicht vergebens zwischen die Rippen geprügelt. Das Begehren deiner Narben warst du leid. Um Worte verlegen.
»Der Erklärungen müde«, sage ich.

Zusammengefasst: Wahrheit zweifelt nicht.

Verschlossen

Ich verschließe Türen, Fenster, mich. Mich auf besondere Art. Plötzlich bin ich nicht mehr da, niemand sieht mich mehr. Die Stimmen, das Gebell, die Anklagen hören auf. Ich ziehe mich noch weiter in mich zurück. Suche etwas, das ich nicht beschreiben kann. Sehne mich nach tiefer Liebe und hörbarem Herzschlag. Schließ mich weg, schließe mich ein. Bin weg. Höre meinen Puls, sonst nichts. Wie beruhigend ich für mich bin, ist unbeschreiblich, ist schön.

Prosa in Fetzen

Ich schreibe über Mücken und Elefanten, über Sommer, die ins Land brachen. Schreibe für Wölfe und denke an Schafe, während Zeilen aus meinem Kopf ganze Blätter zieren. Ich denke an Bäume und deren Äste, an den Wind über dem Meer, male Frühling im Herbst und Winter in den Sommer, doch weiß ich auch, ich bleibe das Nichts, das Blätter beschmiert.